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Von Umbrüchen und neuen Perspektiven

Das Filmfest München gehört zu den wichtigsten Treffpunkten der deutschsprachigen Film- und Fernsehbranche. Hier entstehen Begegnungen und Sichtbarkeit für außergewöhnliche Produktionen. Das diesjährige Programm zeigt auch eindrucksvoll, wie viele Regisseurinnen derzeit die Filmbranche prägen:

Mit ihren Filmen bringen sie neue Perspektiven, unterschiedliche Erzählstimmen und eine große kreative Vielfalt nach München.

In diesem Jahr freuen wir uns besonders über die Vielzahl an Filmen im Festivalprogramm, an denen Schaupieler*innen und Filmschaffende der ZAV-Künstlervermittlung beteiligt sind. Jede Vermittlung erzählt ihre eigene Geschichte – und gemeinsam zeigen sie, wie vielfältig Rollen, Genres und Erzählformen in der aktuellen Film- und Fernsehlandschaft sind.

Wettbewerb – Wenn Geschichte auf Gegenwart trifft

Ein besonderer Festival-Moment ist die Weltpremiere von Transit Times. Der Film begleitet eine Familie in der moldawischen Hauptstadt Chișinău der 1990 Jahre und verbindet dabei persönliche Schicksale mit den Veränderungen einer ganzen Gesellschaft nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Urs Remond spielt die Rolle des Fred in diesem historischen Drama der rumänischen Regisseurin Ana-Felicia Scutelnicu, in dem auch fünf Filmschaffende aus unserem Netzwerk mitgewirkt haben.

"Ich bin sehr glücklich und stolz, Teil dieses außergewöhnlichen Films zu sein. Die Dreharbeiten in Moldawien waren absolut unvergesslich. Diese Intensität, die Bilder, Geräusche, die stille Kraft. Ein Film, in dem man in jedem Moment spürt, wie viel Leidenschaft, Präzision und Hingabe darin steckt", sagt Urs Remond.

Diese Verbindung aus individueller Geschichte und größerem gesellschaftlichem Kontext spiegelt eine Thematik wider, die sich auch durch viele andere Produktionen des diesjährigen Festivalprogramms zieht: Menschen in Übergangsphasen, Identität, Veränderung und neue Perspektiven.

Zum Beispiel der historische Film Bruno, der junge Kreisky mit Marie-Therese Futterknecht als Brunos Mutter Irene Kreisky. Regisseur Harald Sicheritz erzählt von der prägenden Jugend eines der bedeutendsten österreichischen Politiker des 20. Jahrhunderts.

In dem schon beim Cannes Festival gefeierten Film Gentle Monster ist Constanze Lindner als Direktorin zu sehen. Zusätzlich konnten wir für den international besetzten und produzierten Film der österreichischen Regisseurin Marie Kreutzer vier Filmschaffende vermitteln.

Außerdem im Wettbewerb zu sehen ist Das Geheimnis der gestohlenen Maske. In ihrem Jugendfilm erzählt die Kölner Regisseurin Nancy Mac Granaky-Quaye eine Detektivgeschichte und wirft zugleich die Frage auf, wem Kulturgüter und Schätze gehören, wenn sie mehr als nur Ausstellungsstücke sind. Bei den Vorstellungen während des Münchner Filmfest ist auch die Schauspielerin Marina Blanke anwesend, die die Rolle der Frau Pütz spielt.

Neues Deutsches Kino – starke Stimmen, besondere Perspektiven

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Mithu Sanyal bringt Identitti eine hochaktuelle Geschichte über Identität, Zugehörigkeit und gesellschaftliche Projektionen auf die Leinwand. Mit Palesa Moloto und Ulrike Prager sind gleich zwei unserer Schauspielerinnen Teil des Films von der Berliner Regisseurin Randa Chahoud

In Die miserable Mutter von Regisseurin Susanne Heinrich verschwimmen auf surreal-humorvolle Weise die Grenzen zwischen Innen und Außen, gesellschaftlichen Erwartungen und persönlichem Erleben: Die musikalische Komödie erzählt von einer jungen Mutter, die mit ihrem Partner Peter Pan und ihrem neugeborenen Kind in den eigenen vier Wänden festzustecken scheint. Stephanie Marin und Ewa Patricia Klosowski sind in Nebenrollen zu sehen.

Die schwarze Komödie Kalter Hund von Regisseurin Pauline Rennenberg erzählt von Lebenslügen und Familiengeheimnissen, deren Spuren sich über Generationen hinweg fortsetzen und Beziehungen nachhaltig prägen. Mit dabei sind Judith Toth und Marion Krawitz.

Eine dystopische Zeit zeichnet der Film Morgen war Krieg von Nicolas Ehret. Die EU ist zerbrochen, und in Deutschland bilden rechtspopulistische Kräfte eine neue Regierung. Krieg steht bevor. Ein junger Mann, der nichts kennt außer Frieden, Wohlstand und Sicherheit, soll eingezogen werden und entschließt sich zu desertieren. Markus Friedmann ist in einer Nebenrolle zu sehen.

Premiere feiert auch das Drama Erinnerungen eines Waldes mit Marie-Therese Futterknecht in der Rolle der Rosa. Eine junge Frau kehrt nach dem Tod ihrer Großmutter in das Dorf ihrer Kindheit zurück und wird zwischen familiären Erwartungen, alten Konflikten und dem Wunsch nach einer eigenen Zukunft mit ihrer Herkunft konfrontiert. Regisseurin Katharina Rabl erzählt sensibel von Familiengeschichte, Identität und Selbstfindung.

Neues deutsches Fernsehen – große Geschichten für ein breites Publikum

Blackbird basiert auf dem gleichnamigen Coming-of-Age-Bestseller von Schauspieler Matthias Brandt und wurde von Regisseur Max Zähle für die ARD verfilmt. Eric Borner und Katharina Heißenhunber sind in Nebenrollen zu sehen.

Eine Nacht in Bangkok mit Carina Wiese feiert in München Weltpremiere und erzählt von den Eltern Katharina und Hektor, die nach 10 Jahren Trennung unerwartet wieder aufeinandertreffen, als ihre erwachsene Tochter in Untersuchungshaft gerät und verdächtigt wird, an einem Einbruch beteiligt gewesen zu sein.

Schauspielende aus der Serie München Beats
Die neue Serie München Beats Quelle: ZDF / Marc Reimann

Ein besonderes Highlight für uns ist die Fernsehserie München Beats von Regisseurin Mimi Kezele für die wir nicht nur Bettina Mittendorfer, Lukas Koller und Jana Sophie Blessing in Nebenrollen vermitteln konnten sondern auch 3 Fachkräfte für die Filmcrew. Die Serie taucht in die Münchner Techno-Szene der 1990er Jahre ein und verbindet historische Ereignisse mit den fiktiven Geschichten zweier Familien.

Der Tatort ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des deutschsprachigen Fernsehens und zeigt immer wieder, wie sich das Format erzählerisch und filmisch weiterentwickelt. Mit Tatort: Zwischen den Welten läuft beim Filmfest München eine Produktion, die diesen Anspruch fortführt. Nicola Pendelin ist in der Rolle der Vanessa Seifert zu sehen, zusätzlich konnten wir auch zwei Fachkräfte für die Filmcrew vermitteln.

Mehr als Vermittlung – Teil kreativer Prozesse

Was diese Festivalbeteiligungen verbindet, ist mehr als eine Liste von Namen. Es sind Geschichten, Talente und Teams, die gemeinsam Filme möglich machen. Für uns als ZAV-Künstlervermittlung bedeutet Vermittlung auch Vertrauen und langfristige Zusammenarbeit.

Dass so viele Produktionen des Filmfest München mit Schauspieler*innen und Crew-Mitgliedern aus unserem Netzwerk vertreten sind, erfüllt uns mit großer Freude – und motiviert uns, weiterhin Verbindungen zu schaffen, aus denen außergewöhnliche Filme entstehen.

Wir gratulieren und freuen uns auf spannende Begegnungen beim Crew Call.