ZAV Künstlervermittlung

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Auf einen Kaffee mit Susanne Göhner

Susanne Göhner ist Projektleiterin der Internationalen Kulturbörse Freiburg.

Susanne Göhner Projektleiterin der IKB Freiburg Susanne Göhner Susanne Göhner, Projektleiterin der Kulturbörse Freiburg

Hallo Frau Göhner, wenn ich richtig informiert bin, sind Sie Kulturmanagerin. Seit August 2017 sind Sie bei der FWTM GmbH & Co.KG, die die Internationale Kulturbörse Freiburg veranstaltet. Davor arbeiteten Sie bei der Stadt Karlsruhe im Bereich Bürgerzentren sowie freiberuflich für das Kulturzentrum Tollhaus. Sie haben u. a. für ein Festival in der Schweiz gearbeitet und lange Jahre waren Sie im Burghof Lörrach als Mitgeschäftsführerin tätig und dort auch für große Teile des Programms verantwortlich. Nun liegt der erfolgreiche Start der Projektleitung für die 31. IKF wieder zurück, und vor der Tür steht die 32. Kulturbörse.

Welche neuen Erfahrungen haben Sie im letzten Jahr mit der Durchführung der Börse gemacht?

Alles hat wie geplant stattgefunden. Ich war mit den Zuschauerzahlen (knapp 5000) zufrieden und die Gesamtatmosphäre war gut. Es war meine erste Kulturbörse und es war für mich wichtig, einmal einen „Durchlauf“ zu haben, um zu sehen, was gut läuft und wo man gegebenenfalls zukünftig noch etwas optimieren kann. Die Aussteller waren zufrieden, hatten gute Gespräche und interessante Kontakte. Die Atmosphäre im Foyer / Zentralfoyer mit den sogenannten Sonderschauen hat mit gut gefallen. Den interaktiven Bereich würde ich gern noch ausbauen.

Ich fand die Arena des Straßentheaters sehr gut. War das Ihre Idee?

Ja, zusammen mit Georg Schlag (Geschäftsführer der Firma artec). Er ist der technische Leiter der IKF. Ich hatte mir in der Vergangenheit gewünscht, dass es eine konzentriertere Atmosphäre sowohl für die Künstler wie auch für unser Fachpublikum wird. Wir haben die Position der Straßentheaterbühne verändert und eine Zuschauertribüne aufgebaut. Die Tribüne ist noch offen genug, um sagen zu können, dass es Straßentheater bleibt.

Die Auswahlkommission für die Kulturbörse Freiburg wechselt jährlich. Können Sie sagen, wie die Auswahlkriterien für die Künstlerinnen und Künstler festgelegt sind?

Es gibt jeweils eine Jury für Darstellende Kunst, Musik und Straßentheater. Die Jurymitglieder werden jedes Jahr neu ausgewählt. Die Juroren sind Fachleute in den verschiedenen Bereichen wie Performance, Kabarett & Comedy, Varieté & Artistik. Die Jury wählt dann aus, welche der Künstler, die sich beworben haben, einen Kurzauftritt bei der kommenden IKF erhalten. Ein wichtiges Auswahlkriterium ist natürlich die Qualität. Es geht auch darum, stilistisch ein möglichst breit gefächertes Programm auszuwählen, wobei klar ist: wir können nur aus den eingegangenen Bewerbungen auswählen. 

Welche Pläne stehen künftig für die Börse an?

Es gibt ein neues Corporate Design, das gerade umgesetzt wird. Wir möchten ab 2021 eine Besucherregistrierung anbieten und die IKF in einigen Bereichen weiter internationalisieren.

Sehen Sie die in Dortmund ansässige Messe Best of Events (BoE) als Konkurrenz oder eher als Kollegen?

Sowohl als auch. Ich denke, dass wir im Aussteller- und Besucherbereich teilweise Schnittmengen haben. Da kann es dann aufgrund der dicht aufeinanderfolgenden Messetermine möglicherweise dazu kommen, dass man sich fragt: Gehe ich zur IKF oder gehe ich zur BOE. Wir zeigen jedoch mit unserem Angebot an Live-Auftritten, es sind insgesamt knapp 200, aus verschiedenen Bereichen ein Spektrum an Veranstaltungsgenres, das schon sehr einzigartig und so nur bei der IKF zu finden ist. Hinzu kommt, dass der Anteil an Entscheidern, also Fachbesucher_innen, die Produktionen kaufen, sehr hoch ist.

Wo informieren Sie sich über das neue, künstlerische Angebot?

Ich sauge neue Trends auf wie ein Schwamm (lacht). Ich besuche andere Festivals und Messen, schaue mir das Programm vieler Veranstaltungshäuser und Clubs an, lese Fachzeitschriften - online und im Printbereich, Kollegen sprechen Empfehlungen aus; ich „stöbere“ in den sozialen Medien , etc.

Welche Werbeplattformen nutzen Sie?

Da gibt es einige; wir sind natürlich sowohl offline als auch online in verschiedenen Medien präsent, sei es mit Anzeigen und/oder redaktionellen Beiträgen. So beispielsweise in den „Showcases“ von memo media, mit Inseraten in Fachzeitschriften, in den Social Media, im KultNet und anderen Branchen Online-Medien; auf der eigenen Website, Kooperationspartner werben auf ihrer Website für uns.

In jedem Jahr strömen neue Künstler auf den Markt. Gibt es einen generationsbedingten Wechsel in der Branche auch auf Kundenseite?

Auf Kundenseite auf jeden Fall – das gibt es immer. Gerade zurzeit erleben wir einen generationsbedingten Wechsel in der Veranstalterszene. Die Frage ist: Wie halten wir unser Angebot attraktiv für das Publikum? Sind wir zeitgemäß? Wie kann man neue Trends einbauen? Es ist gut und wichtig, dass immer wieder junge, neue Künstler auf den Markt kommen.

Haben Sie noch Zeit für Hobbies?

Als Projektleitung der IKF bin ich zeitlich zwar sehr eingespannt, aber ich versuche mir Zeit für den Ausgleich zu nehmen, seien es Konzertbesuche, Wanderungen oder – ganz wichtig­ –  Freunde treffen.

Internationale Kulturbörse Freiburg