ZAV Künstlervermittlung

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Auf einen Kaffee mit Maik M. Paulsen

Maik ist Falschspieler und ein "flexibler Kopf", wie er selber von sich behauptet.

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Hey Maik,

Wir kennen uns schon seit 2004. Du hast dann 2005 die Staatliche Artistenschule als Jongleur erfolgreich absolviert. Deinen Werdegang finde ich sehr interessant. Wie würdest Du Deinen Lebenslauf bisher beschreiben?

Ja, tatsächlich kennen wir uns, seit Du uns das erste mal in der Artistenschule im Schulunterricht aufgesucht hast.  Es war ein Wunsch bzw. Traum, die Schule zu absolvieren. Im Nachhinein stellte sich heraus, das das erreichte Ziel nach Abschluss der Artistenschule dann auch das Ende der Fahnenstange für mich und den Jongleur Beruf war.  Für mich stellte sich die Frage: Was kommt jetzt?

Ich  habe mich nach dem Abschluss an der Artistenschule dann ein paar Jahre als Jongleur „durchgeschlagen“. Einige Zeit später merkte ich, dass mir die Nähe zum Publikum ein wenig gefehlt hat. Während der Show hatte ich eine große Masse an Publikum vor mir; ich vermisste dabei die Nähe zum Publikum und die individuelle Note. Ich begab mich also auf die Suche nach etwas neuem und bin dann irgendwie bei der Close-Up-Zauberei hängengeblieben. Es war dann im Grunde eine Kopfentscheidung. Ich habe mir ein Kartenspiel gekauft, ein paar Lehrer gesucht und angefangen zu Üben. Nach relativ kurzer Zeit habe ich dann auf Close up Zauberer umgesattelt. Da ich mit den Gästen viel Hütchenspiel gemacht habe, merkte ich schnell, dass mir die neue Spielsituation gefiel.

Ich glaube, ich wäre als Jongleur nicht so erfolgreich geworden wie als Falschspieler. Ich glaube, dass ich verbal relativ stark bin. Viele Kollegen meinten, es wäre ein verschenktes Talent, was ich nutzen sollte. Es hat mich auch gereizt, die Sprache einzubauen. Dann habe ich mich für den sogenannten Close up Bereich entschieden. Dass ich mittlerweile als Falschspieler am Casino-Tisch erfolgreich bin war erstmal nicht geplant und abzusehen.

Was ist Dein neuestes Projekt?

Ich habe immer 1000 Ideen im Kopf. Das Problem ist es nicht neue Ideen zu haben, sondern diese auf die Qualität zu überprüfen und die guten und schlechten Ideen zu trennen und auszusortieren. Tatsächlich arbeite ich gerade an einem neuen größeren Projekt, dazu aber mehr wenn es spruchreif ist... Der Falschspieler begeistert mich jetzt seit ein paar Jahren und macht mich im Moment ganz glücklich. Es steht an, die Qualität und Quantität der Auftritte noch zu steigern. Schöne Locations finden und schöne Auftritte absolvieren.

Hast Du viel Konkurrenz als Falschspieler in Deutschland?


Die Konkurrenz ist überschaubar. Es gibt Kollegen, die auch ein Falschspielerkonzept verkaufen. Der Unterschied ist, dass die Kollegen Routinen zeigen, bei denen es um einen Falschspieler geht. Ich bin tatsächlich der einzige, der mit einem großen Tisch kommt und das reelle Spiel beeinflusst. Falschspieler ist auf jeden Fall eine Nische. Das tolle ist, das man das ganze aber auch Themenbezogen anpassen kann. Ich kann auf neutralen Veranstaltungen auftreten, aber auch auf 20er-Jahre-Events oder z.B. James-Bond-Veranstaltungen. Ich mag dieses flexible Arbeiten.

Sieht das Publikum Dich als Künstler oder Betrüger?


Die sehen mich ganz klar als Künstler. Durch die gebrandeten Jetons mit meinem LOGO, die ich an die Kunden verteile, ist auch sehr schnell klar, dass ich als Künstler engagiert bin. In meinem Logo kommt ja ganz groß das Wort FALSCHSPIELER vor.

Bist Du von der Spielbank schon mal angefragt worden?


Tatsächlich nicht. Unter Umständen haben sie Bedenken, beziehungsweise Angst vor dem Thema Falschspiel. Ich vermute die Angst, dass jemand auf die Idee kommen könnte, die Croupiers haben die gleichen technischen Fähigkeiten wie ich. Dann läge es nahe, ein Falschspiel im Casino zu vermuten.

Du hast mit Deinen Kollegen die Absolventenshow ins Leben gerufen. Wie bist Du auf diese Idee gekommen?

Das war nicht ich allein, sondern das war eine von der ganzen Klasse im Café getroffene Teamentscheidung. Uns fiel auf, dass uns nach der Prüfung an der Artistenschule keiner kennt und das wollten wir ändern. Jeder hat seine Kontakte angerufen und so kam eine kleine Tournee von 15 – 17 Auftritten zu Stande.

Dieses Konzept wurde gut angenommen und die Folgeklassen haben mich daraufhin angesprochen, die Tournee mit mittlerweile fast 40 Shows pro Jahrgang durch die sogenannten festen Häuser zu wiederholen.

Ihr habt eine tolle Veranstaltungsreihe entworfen und etliche Veranstalter haben sich von der Idee inspirieren lassen. Sind auch Veranstalter direkt auf Dich zugekommen?

Ja, das hat sich glücklicherweise irgendwann rumgesprochen. Das macht mir die Akquise etwas leichter (lächelt). Für die Tour 2019 traten 2 oder 3 Veranstalter an mich heran, die vorher noch keine Absolventenhow gebucht hatten. Ich scheine mittlerweile auf dem Radar zu sein.

Wie schätzt Du die Wirkung der sozialen Netzwerke für Dein Schaffen ein?

Ich halte das für wichtig und die Nutzung wird mehr werden. Ich selber bin da leider sehr untalentiert, in Norddeutschland bezeichnet man dass als „NULPE“. Leider liegt das Ganze nicht so in meinem Interessenbereich. Meine Kunden sind eher nicht im Social Media Bereich unterwegs. Bei mir häufen sich die persönlichen Kontakte.

Während des ganzen Interviews hast Du die Spielkarten in der Hand. Hältst Du Dich immer noch gern körperlich fit oder übst Du lieber Fingerfertigkeit?

Ich versuche nach wie vor, mich fit zu halten. Als Artist habe ich täglich in der Trainingshalle gestanden und Fitness bleibt wichtig. Die Spielkarten kann ich andererseits bei jeder Gelegenheit in die Hand nehmen. Und das tue ich auch…

Du bist im Grunde auch Veranstalter beziehungsweise Produzent und hast ein gut ausgebautes Netzwerk. Denkst Du, dass das für Deine Buchungen von Vorteil ist?

Das ist schwierig zu beantworten. Wenn ich als Falschspieler gebucht bin ist ja oft noch eine Agentur mit dabei. Da versuch ich mich dann wirklich auf meine Arbeit als Falschspieler zu konzentrieren und nicht ungefragt Tipps zu verteilen. Generell sind die beiden Bereiche sehr unterschiedlich und damit auch ziemlich getrennt. Mich rufen aber immer viele Leute an die noch auf der Suche nach etwas besonderem sind.

Mehr vom Falschspieler Maik M. Paulsen finden Sie hier:

Maik bei der ZAV-Künstlervermittlung

Maik M. Paulsen

Spin! - Die Absolventenshow der staatlichen Artistenschule Berlin 2019