Erfolgreicher Beitrag der ZAV-Künstlervermittlung Köln zur Inklusion auf dem hartumkämpften Musikermarkt

vom: 19.12.2013

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„Wie schön, dass wir uns kennen gelernt haben und dass die ZAV-Künstlervermittlung Köln sich so intensiv für mich einsetzt ...“ so Jörg Siebenhaar zu Lilia Felde-Ritz, der Arbeitsvermittlerin Sparte Unterhaltung. Siebenhaar – ein exzellenter Musiker, Pianist, Organist und Akkordeonspieler, ein Berufsmusiker wie kaum ein anderer. Er hat noch niemals das Tageslicht erblickt, er ist seit seiner Geburt blind.

Wie hat er es als Schwerbehinderter überhaupt geschafft, Berufsmusiker zu werden? Jeder, der die Musikszene kennt, weiß, wie schwer es ist, einen der heißbegehrten Studienplätze an der Staatlichen Hochschule für Musik überhaupt zu ergattern. Hohes technisches Können, Musikalität, Ausstrahlung, Sicherheit im Vortrag und sehr gute Notenlesefähigkeit sind Voraussetzung.

Wie meistert er seinen vielschichtigen Arbeitsalltag als freischaffender Musiker? Wo doch die Auftritte immer an anderen Orten und zu unregelmäßigen Zeiten stattfinden. Gibt es Unterstützung von den Vermittlungseinrichtungen?

Vor einigen Monaten wandte sich der Landschaftsverband Rheinland LVR mit folgender Anfrage an die ZAV-Künstlervermittlung Köln. Der LVR plante eine Preisverleihung „Arbeit – echt stark!“ Die Auszeichnung richtet sich an Menschen mit Behinderung, die mit Unterstützung des Arbeitgebers ihre besonderen Fähigkeiten bei der Ausübung ihrer Arbeit einsetzen können.

Zur Untermalung der Veranstaltung wird ein anspruchsvoller musikalischer Beitrag gewünscht und man möchte einem Schwerbehinderten den Vorzug geben. „Haben sie denn auch Musiker mit Schwerbehinderung in Ihrem Künstlerpool?“ Zunächst etwas von der Anfrage überrascht, denn das Show-und Musikbusiness bietet in der Regel kaum Beschäftigungschancen für Menschen mit Behinderung, startet die Arbeitsvermittlerin intensive Recherchen und macht den blinden Instrumentalisten Jörg Siebenhaar ausfindig.

Und eine kleine Erfolgsstory in der Zusammenarbeit mit der ZAV-Künstlervermittlung – Köln und dem Musiker J. Siebenhaar nimmt Ihren Lauf. Der versierte Instrumentalist verfügt über einige interessante Formationen und attraktive, konzertante Programme, er wird in den Pool Unterhaltungsmusik der Künstlervermittlung – Köln aufgenommen!

Der Akkordeonist Siebenhaar leistet mit seinem Duopartner, dem Kontrabassisten C. Kammer bei der Preisverleihung des LVR tatsächlich vorzügliche Arbeit. Mit viel Gefühl und hohem technischen Können und differenzierter Klanggestaltung interpretieren die Musiker bekannte Jazzstandards, Swing Musik und Tangos. Die Vermittlerin der ZAV-Künstlervermittlung Köln ist bei dem Auftritt vor Ort, macht die Kommunikation mit dem Veranstalter, prüft den Platz für die Präsentation und ist bei dem Soundcheck dabei. Der musikalische Beitrag kommt bei dem großen Publikumskreis des LVR ausgezeichnet an, weitere Veranstalter werden auf das Duo aufmerksam. Frau Felde-Ritz setzt sich für Folge-Engagements des Musikers ein, weitere 4 Veranstaltungen folgen in wenigen Monaten. Darunter auch eine Konzertveranstaltung bei der „Gold-Krämer-Stiftung“, dort wird J. Siebenhaar mit dem Duo „Deux Grands Cafés“ mit Klavier und Akkordeon zu hören sein.

Auf die Frage „Was macht Jörg in seinem Berufsalltag am meisten zu schaffen?“ seufzt er schwer und sagt: „... die Logistik!“ Aber dann folgt, sofort das Positive: „Ich habe aber ganz tolle Musiker-Kollegen!“

An dieser Stelle gelang es der ZAV-Künstlervermittlung Köln erfolgreich zur Inklusion beizutragen und mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung auf dem hartumkämpften Musikermarkt zu erschließen. Auf diese Art und Weise kann der Berufsmusiker Jörg Siebenhaar aktiv am Arbeitsleben, dem sozialen und kulturellen Leben teilnehmen und zugleich seine Fähigkeiten und sein großes, musikalisches Talent einsetzen und weiter entfalten.