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In Hamburg und am Beginn der künstlerischen Reise
vom: 14.06.2012
„OK, ich hab irgendwann ein Talent entdeckt“ heißt es im Monolog aus Dea Lohers „Unschuld“, den Alice Hanimyan als dramatische Probe für ihren Auftritt im Rahmen der Absolventenpräsentation privater Musicalschulen 2012 – kurz PSP – ausgewählt hat. Ihr Talent für das Musical haben alle 12 AbsolventInnen, die sich für die Präsentation qualifizieren konnten, schon lange entdeckt und an der German Musical Academy, der Hamburg School of Entertainment, der Joop van Ende Academy, der Stage School Hamburg oder der Danske Musicalakademi Fredericia ausgebildet. Ob das Talent sich am harten Markt bewährt, darüber entscheidet immer auch wie es den MusicaldarstellerInnen gelingt, ihr ganzes Können im Dreiklang aus Gesang, Tanz und Schauspiel bei einer Audition punktgenau auf die Bühne zu bringen und das fachkundige Publikum für sich zu gewinnen.
Die PSP, die am 2. Juni in Hamburg stattfand, ist noch jung in der Reihe der etablierten Veranstaltungen der ZAV-Künstlervermittlung für AbsolventInnen. Doch schon im vierten Jahr steht sie erfolgreich auf eigenen Beinen. Etwa 50 Fachleute haben die Einladung genutzt und konnten unter dem lichten Dachstuhl der Joop van den Ende Academy in der Hamburger Speicherstadt junge, ehrgeizige und spielfreudige Talente für ihre Vakanzen entdecken. Eine Neuerung in diesem Jahr war auch die Teilnahme von AbsolventInnen der Danske Musicalakademi, Fredericia - Ergebnis der Arbeit der ZAV-Künstlervermittlung im Netzwerk der europäischen Arbeitsverwaltungen EURES.
Die diesjährige Spielstätte hat viel zum entspannten Charme und zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen. Die Studioatmosphäre ließ Stimmen, Schritten, Gestik und Mimik ohne technische Aufrüstung und ohne distanzierende Bühne sehr wenig Spielraum für Camouflage. Umso schöner, dass es zum Beispiel Sarah Schiffer (HSE) gelang von Anfang bis Ende ihres Auftritts die volle Aufmerksamkeit mit der Begabung zur Galakünstlerin auf sich zu ziehen. Oder, wie Elisabeth Köstner (Joop van den Ende Academy), in den leisen wie den rebellischen Tönen von „Die Welt, die ich nie sah“ aus „Sister Act“ den akustischen Raum exakt bis an seine Grenzen ausmaß. Wenn zu dem, mit komischer Verve durch Manuel Lopez (HSE) vorgetragenen „Adolfo“ aus dem „Drowsy Chaperone“ von draußen eine Schiffssirene ertönte, dann erinnerte das daran, wo man war: in Hamburg und am Beginn so mancher künstlerischen Reise.
Den jungen Talenten eine Bühne und ein interessiertes Fachpublikum, den Regisseuren, Intendanten, Disponenten die jungen Talente zu bieten – das ist ganz grundsätzlich Ziel und Zweck der Nachwuchsförderung der ZAV-Künstlervermittlung. In Hamburg ist die Rechnung mehrfach mit avisierten Engagements aufgegangen. Ein Dank dafür an die Darsteller, das Publikum, die Organisatoren und Unterstützer.
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